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Nach vorne schauen!


"Wir müssen jetzt nach vorne sehen". Sagt jeder in der SPD. Jetzt geht das dämliche Fußballtrainergelaber wieder los. Immer wenn das Spiel verloren, das Kinde in den Brunnen gefallen ist, der Vorsitzende durch den Hinterausgang flüchtet, immer wenn die Panzer schon im Lande stehen, die Menschen verjagt sind, tritt irgend ein Idiot vor die Kamera und sagt: "Wir müssen jetzt nach vorne schauen". Weil vorher nichts getan wurde, weil alle schwiegen und nach vorne in die Kamera schauten, weil alles laufen gelassen wurde, weil die Intriganten ihre Fallen ungestört auslegen durften. Leise treten, das Unglück nicht beschreien. Und dann sagen: "Nur nicht nachtreten, unterhaken." Keine Haltung, keine Verbundenheit, bloß keinen Konflikt offen austragen, das schadet, darum steht man jetzt vor einem Scherbenhaufen und schaut nach vorne. Jetzt heißt es loyal sein gegenüber dem Polit-Barometer, der Einschaltquote, den Umfragen, den Gesichtslosen, den Mächtigen, gegenüber denen, die mit diplomatischen Erklärungen und Kanonen alle daran hindern wollen den Kopf zu drehen, bloß nicht zurückschauen, erkennen wo die Ursachen, der Grund oder gar der Hintergrund liegen. Wir frieren in einer Gegenwart ein, die keine Herkunft, keine Geschichte mehr kennt, unwissend, nur noch einen kleinen, den kleinsten Schritt im Blick. Von Spiel zu Spiel denken - bis zum Abstieg. Von Umfrage zu Umfrage schauen - bis zur Gesinnungslosigkeit. Von Krieg zu Krieg verharren - bis zum Untergang. Wundert uns noch, wenn Jugendliche meinen, die DDR sei demokratisch gewesen, Honnecker Bundeskanzler und eine Stunde bestünde aus 45 Minuten? Lachen Sie nicht und merken Sie sich: "Wir müssen immer nur nach vorne schauen"?

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