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Gefahr?

"Aus der Tatsache der Trumpschen Präsidentschaft irgendwelche Sensation zu machen, halte ich für kindisch genug, um es seinen getreuen Anhängern zu überlassen". So denken viele, die etwas von der amerikanischen Demokratie halten und von der Stärke ihrer Institutionen - und Trump für einen lächerlichen Clown.

In Deutschland dachten Intellektuelle, Juden, die Presse, die Demokraten, dass ein Kulturvolk wie das deutsche, einen Proleten und Schreihals wie Hitler nicht lange dulden würde. Viele prophezeiten ihm einen schnellen Abgang.
Aber dann: Seine Kritiker wurden verfolgt, die freie Presse verboten, Gegner verprügelt und ermordet. Das Parlament wurde gleichgeschaltet, die Opposition und unliebsame Journalisten verhaftet, die Synagogen brannten - und das Kulturvolk ließ es geschehen.

Hitler versprach Deutschland wieder groß zu machen (to make Germany great again). Über allem stand der Leitsatz: Deutschland Deutschland über alles (Germany first).
Hitler wurde gewählt und er verwandelte Deutschland im Handumdrehen in eine Diktatur. Hitler tat genau das, was er vorher angekündigt hatte.

"Aus der Tatsache der Hitlerschen Kanzlerschaft irgendwelche Sensation zu machen, halte ich für kindisch genug, um es seinen getreuen Anhängern zu überlassen". Das schrieb Nikolaus Sieveking, ein Angestellter im Weltwirtschafts-Archiv, am 30. Januar 1933 in sein Tagebuch.

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Im Gedenken an meinen Freund Thomas Reis

Rede zur Trauerfeier in der "Comedia" am 30. August 2024 Thomas Reis. Es sind so viele Freunde da, es ist so viel vorbereitet. Mir fällt es schwer heute über ihn zu sprechen. Am liebsten würde ich weinen und anschließen ein paar Kölsch trinken. Aber: Thomas sagte: Du hältst die Rede. Toll. Diese Rede zu schreiben hat von mir das verlangt, was ich in über dreißig Jahren immer von Thomas verlangt habe. Von 1000 Seiten Text 995 zu streichen. Es sind so viele Erinnerungen, so viele Fußballspiele, so viel Kölsch, so viele Reisen, so viele wundervolle Auftritte, auf Gold-, Holz-, Kartoffel- und Reis-Bühnen, in Freiburg, Berlin, im Theater am Sachsenring und auch in der Comedia. Hier wollte er eigentlich nicht mehr auftreten. Kein Platz mehr für alte weiße Männer, erzählte er mir. Jetzt ist er doch wieder da. Geht doch. Thomas? Ich höre dich. „Liebe Freunde der belesenen Betroffenheit, Feministen und Feministinnen, trans-, bi-, homo- hetero- und metrosexuelle Menschenfreund*innen al...

Mahagonny in der Kölner Oper

Es begann vielversprechend. Ein kleiner weißer Vorhang öffnet sich (die Brecht-Gardine), eine karge, tiefe, öde Landschaft mit einem halb aufragenden Schiffswrack wird sichtbar. Ein altes Auto mit Anhang rattert auf die Bühne und bleibt mit einem Knall in der Mitte liegen. Zwei Schreckgespenster, Fatty und der Dreieinigkeitsmoses (Martin Koch, Dennis Wilgenhof), absurde Figuren, wie dem Kabinett des surrealen Expressionismus entsprungen, finden, bis zur Küste ist es zu weit, zurück ist es zu weit, die Witwe Begbick (Dalia Schaechter: düster, schön, mit Kraft), steigt in den grauen Himmel, auf der angehängten Maschine tritt Technik in Form einer Hebebühne in Aktion, sie findet, man werde also bleiben und die 'Netzestadt' gründen: Mahagonny. Und dann? Dann kommen die Frauen, die Haifische, die Jungens. Wenn Jim Mahony (Matthias Klink) sich langweilt, ist das sehr komisch, wenn Jenny (Regina Richter) singt "Denn wie man sich bettet so liegt man" dann ziehen mich Stimme...

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