Direkt zum Hauptbereich

Posts

Oh ja, das neue Jahr

Da ist es da, schneller als gedacht. Pferde Zuschauer, Liese Leserin, lila Leser, jetzt wird es aber Zeit für einen Kommentar. Einen ganz neuen und lustigen, wie die Anrede ja schon verspricht. Es ist doch auch so vieles so anders, so neu geworden. Außer Klimawandel. Und Joopi Heesters. Na ja und den grünen Landeiern und der staatstragenden SPD und einer CDU die wieder einmal mit simpelsten Hetzkampagnen für Stammtischbrüder Wahlen gewinnen will. Schläger sind Ausländer (mit Migrationshintergrund). Ich wusste noch gar nicht dass die Schlägerbanden mit den Bomberjacken, die Theaterleute krankenhausreif schlagen, weil sie Bücher lesen können, aus Ausländern bestehen. Das ist mir wirklich neu. Aber sonst, mal schauen. Ach ja, gerade in den Tagesthemen: Neapel quillt über von Müll, so sehr, dass das Volk dagegen auf die Straße geht und den Müll anzündet. Sarkozy hat den Italienern schon Hochdruckreinigungsgerät versprochen. Nein, Scherz beiseite, in Neapel hat die Mafia die Müllbese...

Courage

Meldungen: "Zum besten  deutschen  Musiker  aller  Zeiten wurde Herbert Grönemeier gewählt. Er verwies Udo Jürgens und Tokyo Hotel auf die Plätze. Abgeschlagen: Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach. Moderation: J.B. Kerner." 30.11.2007 Bambi für  Courage  an Tom Cruise, den Sektenpropagandist und millionenschweren Produzenten. Bambi für  Kultur  an HaPe Kerkeling. Titel seines Buches: "Ich bin dann mal weg". "Noch ist nicht klar, ob die Frau an Schlägen mit der Bratpfanne auf den Hinterkopf starb oder erdrosselt wurde."

Denn wenn et Trömmelsche...

Die Musik, auch eine Musik, die Gott zu preisen versucht, eine gottesfürchtige Musik, bleibt einfach Musik. Und Musik ist komplexer, konkreter, einer realen Welt zugewandter, als eine Schrift, auch eine heilige, es je sein kann. Musik kommt aus der Welt, sie kommt von Menschen aus dieser Welt. Sie kommt aus ihrer Mitte, also hat sie eine Mitte. Sie ist greifbar und ergreift, sie kann mehr Ehrfurcht, Trauer, Liebe und Glaube wecken, als ein Gebot, ein Katechismus. Sie bringt Seelen zum schwingen. Sie bewegt Menschen und stimmt sie. Friedlich, melancholisch, froh. Natürlich, die Musik kann missbraucht werden, plattgemacht, vermatscht, verklatscht in Militärkapellen und Musikantenstadln. Das ist wahr. Seit Musik verkauft wird wie ein Stück Fleisch, werden wir gefüttert mit Samstagabend-Gammelfleisch-Shows und schon die Jüngsten überfressen sich an Gängsta-Burgern. Aber lieber ein kleiner Schlager, als einfältige Reden. Lieber ein Karnevalslied, als Wortkaskaden über den Zorn Gottes, übe...

Radio Ro

Erst jetzt bin ich dazu gekommen das neue Gesicht des Kölner Schauspielhauses aus der Nähe zu sehen, nachdem viele Skeptiker und Kritiker schon erzählt hatten, etwas sei anders geworden, das Eröffnungsfest gelobt hatten, die Ausstrahlung, den Mut, die erste Premiere. Ein bisschen Wind wehte aus diesen Schilderungen. Interessant. Meine erste Begegnung war Radio Ro, Uraufführung, Musik in der Schlosserei. Skeptisch war ich. Ja. Manche Schlagerrevue hatte mich schon verärgert nach Hause geschickt. Und dann ein wunderbarer, fein gesponnener Abend. Erster Auftritt, Mann in Frauenkleidern. Geht in Köln immer schief. Aber diesmal nicht. Präsenz, Präzision. Maschinen werden eingeschaltet, Lämpchen leuchten, ein Studio mit Arbeitstischen. Geht in Köln immer schief, diesmal nicht. Eine Spielerin nach der anderen betritt den Schauplatz, die Platte hat einen Sprung, oder springt, lebt. Beschleunigungen, Störungen, Pausen. Radiomusik fließt in Komik, mehrstimmigen Gesang, ein Lied fließt zurück ...

Probe in Schwetzingen zum ersten

Liebe Sex und Therapie

Ja, wir sind entartet,

verehrter Kardinal Meisner. Ja, Theater hat Götter gepriesen - nicht nur einen, wie Sie wissen, aber es hatte nicht deshalb eine Mitte, sondern weil es überall zu finden war, vor Kirchen, bei Hofe, in Theaterhäusern, auf der Straße, auf den Brettern, vor denen sich das Volk versammelte um eben nicht fromm sein zu müssen. Es hat immer noch eine Mitte, weil es sich auch heute noch der Macht verweigert (na ja, nicht überall), die Macht verlacht, weil es auch und gerade heute weder Gottesverehrung noch prophetischen Gehorsam übte oder üben wird. Es geht im Theater auch und gerade um Menschen, die aus der Art schlagen und um ihre wundersamen Geschichten. Das Theater liebt Bewegung, Unruhe, es weckt Skepsis, Zweifel, es zeigt uns die schiefe Ebene, das Böse, den Tod, das Theater ist Farce, befreiendes Lachen, und das alles ist: unser Metier. Darum können wir nicht glauben, nicht an falsch oder richtig, an Heilige oder Huren, nicht an einfache Antworten, schwangere Jungfrauen, zornige Götte...

Notiz

Habe nachmittags auf die Straße hinunter gesehen. Schon ist eine zuende gerauchte Zigarette auf die Fahrbahn geflogen, dann rollte ein Blatt vom Baum dazu, leicht angebräunt, dann segelte, immer wieder den Boden berührend, ein schwarzer Luftballon bis hinter die Baustelle. Meist Wolken, lauwarm. Wir spielen Theater. Zwei Männer mit zwei Texten von zwei Autoren. Einer alt, einer jünger. Publikum spart sich auf.