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Dummbarth ist noch dümmer als man denkt


Bei diesem neuen Talk-Show-Bürokraten im ZDF (Lanz) - der ist ja noch schlimmer als Kerner - war Mario Barth zu Gast. Ja, hab ich gesehen. Die Faszination des Grauens. Dieser Widerling ist ja noch widerlicher, als ich gedacht habe. Dummbeutel-Comedy für Stadion-Publikum wusste ich ja. Stammtisch-Witze, gestenreich, immer auf die 12, unrasiert, mit offenem Mund hört er die Fragen, die er nicht versteht, da kommen nur auswendig gelernte Schablonen aus seinem 'Programm', aus seiner 'balina Schnauze'. Dann werden ihm die Zitate seiner Kritiker aus dem Feuilleton vorgehalten, er spiegele nur die Einfalt der Leute, die über ihn lachen, oder so ähnlich. Da zieht er zum offenen Mund die Stirn in Falten und lallt etwas über die Schlaumeier da oben in den Villen und die einfachen Leute, die Bauarbeiter, die ihnen ihre Häuser bauen. Dummbarth, du bist ja so dumm, dass es spritzt. Hör mal zu: Du bist "die da oben", verstehst du das? Einfältig, dreist, von denen getragen, die genau so einfältig und dreist sind wie du und die uns mit Leuten deinesgleichen die Fernsehkanäle verstopfen. Wir sind "die da unten", wir müssen dich ertragen oder die volkstümliche Musik oder Modelcasting und so fort, alles klar? Und ein einfacher Mensch ist noch lange kein Proll mit Tatoos und Käppi und offenstehendem Mund oder mit balina Schnauze, verstehst du? Klappe zu.

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Im Gedenken an meinen Freund Thomas Reis

Rede zur Trauerfeier in der "Comedia" am 30. August 2024 Thomas Reis. Es sind so viele Freunde da, es ist so viel vorbereitet. Mir fällt es schwer heute über ihn zu sprechen. Am liebsten würde ich weinen und anschließen ein paar Kölsch trinken. Aber: Thomas sagte: Du hältst die Rede. Toll. Diese Rede zu schreiben hat von mir das verlangt, was ich in über dreißig Jahren immer von Thomas verlangt habe. Von 1000 Seiten Text 995 zu streichen. Es sind so viele Erinnerungen, so viele Fußballspiele, so viel Kölsch, so viele Reisen, so viele wundervolle Auftritte, auf Gold-, Holz-, Kartoffel- und Reis-Bühnen, in Freiburg, Berlin, im Theater am Sachsenring und auch in der Comedia. Hier wollte er eigentlich nicht mehr auftreten. Kein Platz mehr für alte weiße Männer, erzählte er mir. Jetzt ist er doch wieder da. Geht doch. Thomas? Ich höre dich. „Liebe Freunde der belesenen Betroffenheit, Feministen und Feministinnen, trans-, bi-, homo- hetero- und metrosexuelle Menschenfreund*innen al...

Kultur - ich bin optimistisch

Tag der deutschen Einheit. Nach der Wahl. Das wäre doch eine Gelegenheit für Kultur. ODER? Mal schauen. Eine Show. Moderiert von Kiwi, der weiblichen Hüpfburg und unerträglichen Quasseltante, die sonst Volksmusikanten durch den ZDF-Garten scheucht. Das ZDF will aber an diesem Tag auch die jungen Scheintoten erreichen. Also sind die Gäste der Show natürlich hippe Hütchenträger, deren werbekompatibler Nöhl- und Nuschel-Pop so austauschbar klingt, dass alle zufrieden sind und niemand mehr unterscheiden kann, ob Max Giesinger oder Max Giesinger auf tanzenden Frauen herumreitet. Und der Osten? Was servieren wir dem Osten? Jan-Josef Liefers, weil der eben aus dem Osten kommt und im Tatort spielt. Er darf zeigen, dass er auch ein Hütchen tragen und nicht singen kann, seine Frau röhrt derweil in einer Kult-Ost-Band. Himmel. Schnell zurück in den Westen. Mary Roos und Thomas Anders führen in einer Art modern talking durch ihre Heimat. In Einspielern. Dann das nächste Hütchen, ein als Lockenko...

Etwas Positives

soll ich schreiben, riet mir jüngst eine Freundin. Ich willigte ein und legte mich ein bisschen auf mein Ohr, um Ruhe zu finden. Ich wache auf, weil Geschirr und Bücher aus den Regalen stürzen. Die Tapete reißt auf: Dahinter gähnt eine Leere, die mit einem Mal von gleißendem Licht durchschnitten wird. Ein komischer Mann mit vorgeschobenem Unterkiefer singt: "Wir sind alle deine Kinder". Der Herr Westernhagen, so heißt der Nachbar, quetscht ein paar Töne aus seiner Lederjacke, während der Schutt dampft und Steine stürzen. "Ein kleines bisschen Sicherheit", schreit ein verletzter Junge zwischen den Trümmern meines Hauses, während eine Frau mit dickem Bauch, die draußen auf der Straße sitzt, leise nach dem letzten Einhorn Ausschau hält. "Ein Herz für Kinder" flüstert sie und senkt den Blick. Am Ende der langen, gewundenen Straße kommen die Helfer und bauen Kräne, Schienen, Transformatoren, Scheinwerfer und Kameras auf. Es wird eine große Show. Da erwache ic...