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Blattschuss

Der  Kulturrat  (Rat der Fördervereine) bemängelt, dass ein  Kulturentwicklungsplan  so lange dauert, weil er sich sinnloserweise um die freie Kultur kümmert, statt um die Hochkultur zwischen Oper und Museum. Neue Munition für die Eingreiftruppe. Blattschuss. Ein freies Theater weniger! Die Dom-Schutztruppe steht Hab-Acht! Sie kämpfen gegen Wildwuchs. Ruhe ist erste Bürgerpflicht. Sie lassen sich die Fackel nicht aus der Hand reißen. Nein. Ich schaue lieber fern und reg mich richtig auf. Diskussion über die Armut der Rentner, die umgedrehte Pyramide und eine geplante Rentenerhöhung von einem Prozent. Einer meint, die Rentner seien unverschämt, ein Rentner meint, die Erhöhung sei lächerlich nach 40 Jahren Arbeit und einem Leben lang einzahlen. Der Kölner Ex-CDU-Vorsitzende und Noch-Vorständler der  KVB Reinarz  (50), wird   nach fünf Jahren Pensionär und bekommt ab sofort einfach über die Hälfte seines Grundgehaltes von € 200.000.- . Ruhegehalt für...

Hilfe, die Gustloff kommt!

Nein, liebe Fernsehzuschauerin, es gibt kein Entkommen! In diesem Meer von bombastischer Krachmusik, brüllenden Tränen, martialischen Männerstimmen, Frauenkreischen und bedeutungsschwangeren O-Ton-Diskussionen werden wir ertrinken müssen. Dank unserem ZDF wird Rosamunde Pilcher in den Krieg zur See geschickt. Nach den vielen wahnsinnigen TV-Mehrteilern über den Führer, über das große Afrika und seine Liebesdramen unter Kolonialfamilien und Palmen, über Dresden und seine heißen Geschichten von Liebe und Leidenschaft zwischen Gutsbesitzertöchtern, Krankenschwestern und Kriegsgefangenen mit Migrationshintergrund - jetzt der nächste Untergang. Wie immer vor dem Hintergrund authentischer Geschichte, großer Geschichte. Der zweite Weltkrieg ist immer gut für die schönsten Liebesgeschichten. Und danach ist lange noch nicht Schluss. Zum großen TV-Zweiteiler im Zweiten gibt es dann noch die große TV-Dokumentation mit Guido Knopp und seinem 16:9 Historikergesicht, dem wichtigen. Korrekt. Wir ...

Lieblingsmenschen

eine Lesende. Schön. In Ruhe versunken. Ein Buch. Mitten im Lärm, dem beruhigenden, rhythmischen Lärm einer Bahn. Konzentriert. Maßlos. Erfreut. Sie studiert keinen Stadtplan, das ist zu sehen. Sie lernt nicht, sie schaut sich keine Bilder an. Sie liest. Ja, tatsächlich. Eine Liebesgeschichte? Die sieht dicker, zerlesener aus, und der Gesichtsausdruck wäre gespannter. Gespannt die Harmonie erlesen wollen, die es nicht geben wird, nach dem Aussteigen. Nein, sie blickt hinein. In die Sätze. Es ist das entspannte lesen eines Stoffes aus dem Gedanken sind. Ein Essay? Eine Erzählung, ein zart gewobenes Stück Sprache. Ja, mein Gott, liest die Dame etwa Gedichte? Vielleicht geht sie sogar noch ins Theater? Ja, wahrscheinlich. Ins Theater am Sachsenring. Ja. Würde sie ins Boulevard gehen, oder ins Musical, hätte sie den angestrengten Ausdruck der Vergnügungssucht. Nein, sie wird sich "Lieblingsmenschen"  ansehen. Jaja. Doch. Das wird sie. Genau.

Rosenmontag

Jeschenke för Kölle - uns Kulturkamelle Einmol Prinz zo sin... das kam ja sowieso nicht in Frage. Vielleicht würde es einmal ein Motto geben für den Karneval, das mit Kultur zu tun hat, habe ich gedacht, als ich noch nicht wusste, wie ernst das in Köln mit der Kultur genommen wird. Und dann mitgehen und winken und Kamelle werfen, für alle bunten kleinen und großen Jecken.. Tja, und dann kam die Session, besser gesagt, sie ist schon vorbei und das Thema kam tatsächlich vor. Das Domfenster und die Oper und das Domfenster und die Tradition und das Domfenster und die Oper und der Dom und der Rhein und das Domfenster und die Oper. Und hier oben sieht man den Rosenmontagszug an einer kölschen Kulturkamelle vorbeiziehen. Leev Lückscher - freut Euch einfach auf unsere Kulturkamelle, die wir noch heftig unters Volk bringen wollen. Alaaf!

Oh ja, das neue Jahr

Da ist es da, schneller als gedacht. Pferde Zuschauer, Liese Leserin, lila Leser, jetzt wird es aber Zeit für einen Kommentar. Einen ganz neuen und lustigen, wie die Anrede ja schon verspricht. Es ist doch auch so vieles so anders, so neu geworden. Außer Klimawandel. Und Joopi Heesters. Na ja und den grünen Landeiern und der staatstragenden SPD und einer CDU die wieder einmal mit simpelsten Hetzkampagnen für Stammtischbrüder Wahlen gewinnen will. Schläger sind Ausländer (mit Migrationshintergrund). Ich wusste noch gar nicht dass die Schlägerbanden mit den Bomberjacken, die Theaterleute krankenhausreif schlagen, weil sie Bücher lesen können, aus Ausländern bestehen. Das ist mir wirklich neu. Aber sonst, mal schauen. Ach ja, gerade in den Tagesthemen: Neapel quillt über von Müll, so sehr, dass das Volk dagegen auf die Straße geht und den Müll anzündet. Sarkozy hat den Italienern schon Hochdruckreinigungsgerät versprochen. Nein, Scherz beiseite, in Neapel hat die Mafia die Müllbese...

Courage

Meldungen: "Zum besten  deutschen  Musiker  aller  Zeiten wurde Herbert Grönemeier gewählt. Er verwies Udo Jürgens und Tokyo Hotel auf die Plätze. Abgeschlagen: Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach. Moderation: J.B. Kerner." 30.11.2007 Bambi für  Courage  an Tom Cruise, den Sektenpropagandist und millionenschweren Produzenten. Bambi für  Kultur  an HaPe Kerkeling. Titel seines Buches: "Ich bin dann mal weg". "Noch ist nicht klar, ob die Frau an Schlägen mit der Bratpfanne auf den Hinterkopf starb oder erdrosselt wurde."

Denn wenn et Trömmelsche...

Die Musik, auch eine Musik, die Gott zu preisen versucht, eine gottesfürchtige Musik, bleibt einfach Musik. Und Musik ist komplexer, konkreter, einer realen Welt zugewandter, als eine Schrift, auch eine heilige, es je sein kann. Musik kommt aus der Welt, sie kommt von Menschen aus dieser Welt. Sie kommt aus ihrer Mitte, also hat sie eine Mitte. Sie ist greifbar und ergreift, sie kann mehr Ehrfurcht, Trauer, Liebe und Glaube wecken, als ein Gebot, ein Katechismus. Sie bringt Seelen zum schwingen. Sie bewegt Menschen und stimmt sie. Friedlich, melancholisch, froh. Natürlich, die Musik kann missbraucht werden, plattgemacht, vermatscht, verklatscht in Militärkapellen und Musikantenstadln. Das ist wahr. Seit Musik verkauft wird wie ein Stück Fleisch, werden wir gefüttert mit Samstagabend-Gammelfleisch-Shows und schon die Jüngsten überfressen sich an Gängsta-Burgern. Aber lieber ein kleiner Schlager, als einfältige Reden. Lieber ein Karnevalslied, als Wortkaskaden über den Zorn Gottes, übe...