Direkt zum Hauptbereich

Posts

CSU: Die Rechtsnationalen

Dobrindt passt gut in die Führung der CSU. Die Frage ist nur, wer um Gottes Willen hat ihn dazu gebracht Leitlinien zu formulieren, eine Art Manifest der neuen Rechten. Entweder ist er schon so dumm, dass er einfach ein paar Wörter aus dem Wortschatz der Nazis durcheinandergewürfelt hat, damit er im braunen Sumpf verstanden wird, oder es steckt ein Plan dahinter. Wer hat ihm da die Hausaufgaben gemacht? Frau Le Pen, Herr Strache, Herr Trump? Jedenfalls finden wir hier eine Leitkultur, die sich deutlich absetzt von konservativen Ideen des Bewahrens und Erhaltens, zum Beispiel der Demokratie. Daher spricht aus Dobrindt auch der Satz von einer "konservativen Revolution", ein Begriff, der bewusst den direkten Vorlauf der nationalsozialistischen Bewegung bezeichnet, also alle Kräfte, die damals gegen die Demokratie zu Felde zogen. Nicht gewusst? Es ist ja üblich geworden, Formulierungen, wie auch "Lügenpresse" oder "völkisch" aus dem Nazi-Kontext zu lösen, um...

An Nahles kommt keiner vorbei...

Es war einmal eine Kanzlerin, die war eben nicht wie Erdogan oder Orban oder Trump, die versuchte die Welt mit Vernunft zu sehen. Wenigstens das. Und die führte sich nicht auf wie Ochs und Esel. Das konnten nicht alle verstehen. Nahles, zum Beispiel, ein Wesen, das durch eine Art Märchenwald tobte, lief laut singend durch das Unterholz, so, dass alle Tiere in Panik flüchteten. Manchmal stieg sie auch auf einen Baumstumpf und hielt Reden. Sie machte die Kanzlerin für das Chaos verantwortlich. Nahles, muss man wissen, lebte in einem Paralleluniversum, in dem Vernunft Irrsinn war und umgekehrt. In dieser Ver-Stimmung schmetterte sie der Kanzlerin ein Lied entgegen. Ein einfaches Lied zwar, aber die Töne wollten ihr nicht so recht gelingen, nur der Text stolperte heraus. Alle hielten sich die Ohren zu als es erklang "ich mach mir die Welt - wie die wie die wie sie mir gefällt". Es schallte durch den Wald und dieses Lied war noch nicht einmal, wie alle dachten, auf sie selbst gem...

Lindner Baby auf dem Nonstop Flug über den Ozean der Regierungsbeteiligung abgestürzt

Ein Nonstop-Flug über den großen Ozean der Regierungsbeteiligung - das gab's schon lange nicht mehr. Die FDP-Maschinen am Boden. Defekt. Keine Starterlaubnis. Also auf ein Neues. Die Mechaniker haben sich auf Frisur, Hemd, Dreitagebart und Auftreten des Lindner-Babys, also des Piloten, konzentriert. Dazu der neue Trend: Digitalisierung. So fliegt sich's besser. Auch ohne Flugzeug. Die Zeitungen und Plakate zeigen das Baby beim Jacke anziehen, Smartphone betrachten, Am-Türrahmen-Stehen. In Turnschuhen. Kann es fliegen? Nein. Hauptsache die Performance stimmt. Alles in Schwarz-Weiß mit Schlagschatten. Das Lindner-Baby will sein Fläschchen, das heißt Spontaneität und Digitalisierung, Flexibilität, Startups, Innovation. Was das heißen soll? Nichts. Kann das fliegen? Nein. Das Lindner-Baby bleibt am Boden und behauptet es sei von der Konkurrenz zum Absturz gezwungen worden. Dann der entscheidende Satz: "Lieber nicht fliegen als falsch fliegen." Toll. Ein spontan formul...

Wir werden dümmer

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Die Menschheit wird von Jahr zu Jahr dümmer. Der durchschnittliche Intelligenzquotient sinkt. Weltweit. Auf arte zeigt eine Dokumentation unter dem Titel: "Verlieren wir den Verstand?" welche Ursachen diese Entwicklung hat. Wenn wir uns in der Welt umschauen, erübrigt sich die Frage. Mir kam so ein Verdacht spätestens seit Menschen in meinem Umfeld immer mehr Sprechschablonen aneinander reihen mussten, statt zu sprechen (ich sag mal so - sozusagen - am Ende des Tages - ein Stückweit - sag ich mal), und seit der Genitiv der Ersatz vom Dativ wurde und seit es heißt "isch geh Kino", oder seit immer mehr Götter angerufen werden, bevor Schüsse fallen, oder ein Präsident meint, wenn so viel geschossen wird, brauchen wir mehr Waffen, oder er behaupten darf, auf einem Bild, auf dem weniger Menschen zu sehen sind als auf einem anderen, seien mehr Menschen zu sehen als jemals zuvor, oder er sagt, er könne jeder Frau an die Pussy grei...

Künste der Welt - gescheitert in Köln

Die Akademie für die Künste der Welt in Köln – auch so eine Geschichte fehlgeleiteter Kulturpolitik. Die Welt in Köln. Keine lokale Bindung, aber großer Anspruch. Und wieder meint die Stadt Köln, hier möge ein Leuchtturm entstehen. Interkulturell. Klingt gut. Und schon gibt es eine Million. Eine Million, für die die gesamte freie Theaterszene seit Jahren vergeblich gestritten hat. Die freien Theater sind einfach zu klein, haben keinen globalen Anspruch, nur diese überflüssige lokale Bindung und die Bedeutung für das Publikum, dazu noch eine Verankerung in der Heimat-Stadt. Die erste Theaternacht Deutschlands entstand hier. Köln hat eine besondere Vielfalt. Also weg damit. Es gibt sogar Theater, die spielen noch Theater. Etwa „Mutter Courage“ und nicht „Digging.the.fucking.brecht.mother - reloaded“. Keine Sorge, ist in Arbeit. Aber die Sache mit den dotcom-Titeln führt eben nicht immer zum Erfolg, zum Image des Global Players in Sachen Kultur. Die Stadt Köln ist enttäuscht. Die er...

Aufschrei - zum wievielten Mal?

Früher, in den 50ern hatten die Frisuren der Frauen festen Sitz, in den 60ern ihre Haltung, in den 70ern gab's dann auch festen Sitz für ihre Stimmen. Heute flattert, zumindest in den Medien, ein Chor von Entenstimmen in luftige Höhen – ein einziges Quaken und Zwitschern. Vöglein, Mäuse, Bärlis und Enten. Erinnert ein wenig an die Sendung mit der Maus, wobei Erklärungen in der Sendung mit der Maus nicht so infantil daherkommen wie der ganze Hashtag-Zirkus. Das Hashtag-Gezwitscher erweist der Sache der Emanzipation einen Bärendienst, einen Bärchi-Dienst. Emanzipation. Allein das Wort. Früher war der Kampf um die Emanzipation eher unverständlich, es musste außerdem auch immer umständlich formuliert werden: Nieder mit der Unterdrückung und Ausbeutung der Frau. Schluss mit Gewalt gegen Frauen. Das versteht doch sowieso keiner mehr. Und wenn doch: eins in die Fresse. Früher war auch nicht alles besser. Ich kann mich noch erinnern, in den späten 60er Jahren wurde alles faschistisch g...

Tod auf Malta

Die bekannteste maltesische Bloggerin Daphne Caruana Galizia ist durch eine Autobombe getötet worden. Die "Panama Papers" bestätigten 2016 Enthüllungen, die von Daphne Caruana Galizia, einer kritischen Bloggerin, über umfangreiche dunkle Finanzoperationen, über Malta als Paradies für Steuerhinterzieher, beschrieben worden waren. Auch die Verwicklungen zweier zentraler Mitarbeiter von Maltas Premier Joseph Muscat hatte sie aufgedeckt. Der letzte Eintrag am 16. Oktober 2017 auf ihrem Blog endet: "Da sind Gauner, wo du auch hinschaust. Die Lage ist verzweifelt." Um 14.35 Uhr gepostet. Um 15:00 Uhr war sie tot. Die "Süddeutsche" schreibt: "Konrad Mizzi, damals Energie- und Gesundheitsminister sowie Vorsitzender der Labour Party, und Keith Schembri, Muscats Kabinettschef, sollen Offshore-Konten in Panama und Trusts in Neuseeland eröffnet haben. Den Steuerbehörden daheim meldeten sie nichts davon. Fragwürdig war das auch, weil beide Politiker ...