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Entschuldigung


Der Regisseur entschuldigt sich in einem Interview, dass sein Film nicht experimentell sei. Er habe sich einfach bemüht, so nah wie möglich an der Vorlage zu bleiben.
Müssen sich heute schon diejenigen entschuldigen, die das Selbstverständliche tun? Auch im Theater herrscht schon lange die theaterblutige Diktatur der 'Experimentierer'. Wie immer - diese Herrschaft wird von Einfältigen und Zwergen ausgeübt und von ihren medialen Erfüllungsgehilfen. Und wir müssen uns entschuldigen, wenn wir einfach versuchen Theater spielen.
Theater ist immer ein Versuch, immer ein Experiment, das ist das Wesen des Theaterspielens. Wie war das mit dem weißen Schimmel? Ein 'Experimentierer' versteht das nicht. Der versteht auch kein Stück. Das muss erst zerlegt und mit Eigentexten angereichert werden. Für die 'Experimentierer' ist das Experiment Selbstzweck, Selbstbefriedigung. Ein bisschen Video, ein bisschen Blut, Schleim, Farbe, ausziehen, schreien, kriechen - fertig ist das Experiment. Und das Feuilleton darf jede Zuckung mit großen Worten in Grund und Boden interpretieren und die Zwerge in den Jurys und Ämtern können sich endlich in Verzückung verstört zeigen und kaum verbergen, dass sie von nichts eine Ahnung haben. Einfach ein Stück spielen, einfach einen Film drehen, eine Geschichte verstehen und erzählen, nicht so einfach heutzutage.

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