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Formel 1: Kein Kommentar


Formel 1: Menschen, die aussehen wie vermummte, bunte Zigarettenschachteln ohne Warnhinweis, rasen mit ihren Autos so lange im Kreis herum bis sie den Verstand verlieren, oder tot bleiben - aber das ist schon lange her, oder hirntot sind, was ein Dauerzustand zu sein scheint.
Insofern muss der Leiter einer solchen Renn-Veranstaltung eigentlich ein vegreister Idiot sein. Komisch, er ist einer.
Bernie Eclestone heißt er. Gerade hat er das letzte Gerangel überstanden: wegen ein paar Millionen wollten sich wichtige Spitzenmarken verabschieden und drohten einen eigenen Rennzirkus zu gründen - kaum ist das also vorbei, da ergibt sich schon die nächste Herausforderung. Er muss ein Interview geben.
Auf die provokanten Fragen notorischer Querulanten und Demokraten (Journalistenpack eben), antwortet Eclestone unter anderem: Nein, Hitler hätte auch Gutes geleistet, er habe führen - und Dinge erledigen können.
Ja, wissen wir. Krieg, Massenmord. Ach, bitte nicht das schon wieder. Das muss doch nicht immer wieder auf den Tisch kommen. Er hat doch die Autobahn gebaut. Und die Arbeitslosigkeit abgeschafft, und er hatte ein Herz für Kinder und Hunde und....
Ja, wissen wir. So denken sie, die vielen Gartenzwerge, Hundebesitzer, vergreisten Idioten und Autofahrer auch und Autobauer sowieso. Deswegen gibt es Abwrackprämien, Milliardenhilfen an genau die verfetteten Konzerne, die erst Panzer und dann die dicken Dreckschleudern gebaut haben. Solidarität ist also deutsche Pflicht.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass selbst auf Nachfrage von Journalisten, seitens Mercedes und BMW, zwei Spitzenmarken des Milliardenzirkus, nichts zu hören war. Aber auch gar nichts. Zu der Hitler-Lobeshymne hieß es: Kein Kommentar. Ja, haben wir geahnt. Was hätten die auch zu kommentieren. Böser Engländer? Ausländer? Zum Kotzen?
Wahrscheinlich wird irgendwann, aber nur wenn das Journalistenpack nicht aufhört zu fragen, gewartet, gelesen, recherchiert und verhandelt. Und nach ein paar Tagen, oder Wochen heißt es dann, das seien unglückliche Formulierungen gewesen.
Ein Procedere, wie es die Pius-Bruderschaft vorgemacht hat, die nach päpstlichem Flehen, man möge doch den Holocaust bitte nicht mehr länger leugnen, tatsächlich reagierte und vermelden ließ, man müsse noch einige Bücher lesen und dann zu einer Entscheidung kommen. Die Brüder sind übrigens auch immer noch dabei. Bei den Gartenzwergen, Autobauern, Neonazis und Stammtischen. Und in der katholischen Kirche.
Kein Kommentar. Doch: Zum Kotzen!

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